Pädakustik

Was ist Pädakustik?

Als Pädakustik bezeichnet man die Hörgeräteversorgung bei Säuglingen bis zum Jugendalter.

Hörprobleme bei Kindern und Neugeborenen kommen leider nicht selten vor. Etwa eines von tausend Neugeborenen in Deutschland leidet unter Hörschädigungen. Dieser Anteil steigt im Verlauf der Kindheit aufgrund Erkrankungen wie zum Beispiel Mittelohrentzündungen, Unfällen und Lärmschäden.

Die frühzeitige Erkennung und Behandlung einer Hörstörung ist gerade bei Kindern umso wichtiger, da ein gesundes Gehör im Kindesalter die Grundlage für den Spracherwerb und alle damit verbundenen Entwicklungsschritte bildet.

Was kosten Hörsysteme für Kinder?

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen übernehmen einen höheren Anteil an der Hörgeräteversorgung als bei Erwachsenen.

Bis zum 18. Lebensjahr werden sämtliche Kosten für Batterien, Otoplastiken, und Reparaturen sowie die Wartung und Instandhaltung beim Akustiker übernommen.

Auch die Kosten für Zubehör wie etwa eine Übertragungsanlage können mit einem Rezept vom HNO-Arzt bei der Krankenkasse eingereicht werden, wenn es für den Schulalltag oder die Ausbildung notwendig ist.

Zuzahlungen für die Hörsysteme Ihres Kindes sind möglich, aber nicht notwendig!

Was ist bei der Hörgeräteanpassung zu beachten?

Die Anpassung der Hörsysteme bei Kindern sollte immer von einem Pädakustiker oder Hörakustikermeister mit Erfahrung durchgeführt werden. Der Pädakustiker ist ein Hörgeräteakustikgeselle oder –meister, der sich auf die Hörsystemeanpassung bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr spezialisiert hat.

Hörgeräte für Kinder sind in der Regel hinter dem Ohr und werden mit einem individuellen Ohrpassstück, die sogenannte Otoplastik, angepasst.

Da sich die Anatomie des Ohres aufgrund des Wachstums ständig verändert, ist eine regelmäßige Überprüfung des Sitzes der Otoplastik unbedingt erforderlich. Nur mit einem richtig passenden Ohrstück kann das verstärkte Signal über das Hörsystem optimal übertragen werden.

Nach dem Abschluss der Hörgeräteversorgung werden regelmäßige Kontrolltermine im zeitlichen Abstand von 3 bis 6 Monaten beim Pädakustiker vereinbart.

Um den kindgerechten Anforderungen gerecht zu werden, haben Hörsysteme für Kinder folgende Merkmale:

  • robust
  • wasser- und staubresistent
  • kindersicheres Batteriefach
  • Anschlussmöglichkeit für eine Funkübertragungsanlage (FM-Anlage)
  • bunte, fröhliche Farbpalette

Kinder haben meist eine unvoreingenommene Einstellung gegenüber Hörgeräten und tragen sie eher wie ein Schmuckstück, mit Freude, dass sie damit besser hören können.

Wie wird ein Hörtest bei Kindern durchgeführt?

Die Hörüberprüfung und Hörgeräteanpassung bei Kindern ist eine besonders komplexe Aufgabe und erfordert ein großes Einfühlungsvermögen und Zeit sowie eine entsprechende technische und räumliche Ausstattung, um den Bedürfnissen des Kindes gerecht zu werden.

Da ein Säugling bzw. Kleinstkind noch nicht sprechen kann, wird der Hörtest in Form einer Beobachtungs- oder Wahrnehmungsaudiometrie durchgeführt. Auch gibt es unterschiedliche objektive Messverfahren, um den Hörverlust des Kindes zu ermitteln.

Die meisten dieser objektiven Messverfahren (z.B. BERA, OAEs) werden schon vorab beim HNO-Arzt oder in der Klinik durchgeführt.

Bei Kindern ab ca. 3 Jahren kann eine sogenannte Spielaudiometrie durchgeführt werden. Hierbei wird mit unterschiedlichen Spielhandlungen (z.B. mit einem Steckbrett und Holzklötzen) der Hörtest durchgeführt.

Der Pädakustiker arbeitet Hand in Hand mit den HNO-Ärzten und Kliniken zusammen, damit sämtliche Testergebnisse gesammelt werden können, um gemeinsam eine optimale Hörsystemversorgung zu gewährleisten.

Unsere Pädakustikerin Vanessa Völker berät Sie gerne, welches Hörgerät für Ihr Kind optimal geeignet ist, um sich trotz Hörminderung gut zu entwickeln und selbstbewusst durch das Leben zu gehen.